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3. Februar 2010
Wie ich es sehe Kolumne 6 Teil
Nach dem kurzen Zwischenhoch in Davos und dem Traum sicher in den Playoffs zu landen, bin ich nun endlich in der Realität angekommen. Der Auftritt beim 1:5 in Kölle hat mich restlos überzeugt.
Die Haie spielten fast ohne Körperkontakt und hatten offensichtlich vor das Spiel zu verlieren. Doch da war der Wille unserer Jungs leider stärker. Nach dem 0:1 brach der ehemalige Stolz der Kurpfalz komplett auseinander. Betreutes Toreschiessen nennt man es wohl, wenn ein Kölner von zwei Adlern im Geleitschutz beim Schuss noch animiert wird. Auch wenn Ulle und Jaspers in Mannheim noch gut bekannt sind, jedoch ab dieser Saison darf man die beiden ruhig mal an die Bande nageln bevor sie uns auslachen und in Einzelteile zerlegen. Ich tippe mal, dass Antti Soramies und Matthias Fries lieber ein Eselrennen in Afghanistan am Webradio kommentiert hätten als das da. Ich war jedenfalls so geladen, dass ich nicht einmal Lust hatte auf dem Heimweg an den Dom zu pinkeln.
Zum Derby waren die Erwartungen demnach im Keller. Normalerweise bin ich auf dem Weg in die verbotene Stadt so motiviert wie die GSG 9 vor Stürmung einer Geiselnahme. Aber nach Köln wäre ich mit einer knappen Niederlage zufrieden gewesen. Was mir die Jungs auch netterweise erfüllt haben. 25 Minuten passables Eishockey reichen in der DEL mit dieser Mannschaft nicht. Leider auch nicht in Frankfurt. Hohn und Spott von den Äbblwoi-Junkies ist wohl das schlimmste, was einem Adler passieren kann. Angeblich sollen die Löwenfans bis tief in die Nacht ihre Arbeit als Leergutsammler unterbrochen, und um ihre brennenden Tonnen getanzt haben. Es ist so grausam!
Und wenn man schon bis zum Hals in der Scheiße sitzt, kommen auch noch die Eisbären mit einem prallgefüllten Dickdarm vorbei. Das erste Drittel hatte endlich mal wieder Feuer. Gute Chancen, Kampf, Leidenschaft und vier Schiris, denen das Spiel leider viel zu schnell war. Aber wie das so ist im Leben: Erst kein Glück, und dann kommt auch noch Pech dazu. Freddy, Junge, was war los beim 0:1? Loch im Handschuh? Ausgerechnet unser Freddy, der solche Schüsse in der Regel nur nach Gehör fängt, wirft dem Eisbär einen Fisch vors Maul. Und endlich lebt die Mannschaft mal wieder. Endlich mal wieder eine von mir herbeigesehnte Boxerei, welche eine Mannschaft zusammenschweißen kann. Auch wenn unser Svenni dabei von NHL-Veteran Friesen eine geplättet bekommt, das ist Eishockey! Still und leise habe ich an Mike Stevens gedacht und dabei eine Träne verdrückt. Der gute Mike hätte die erste Reihe der Ossis noch auf dem Weg in die Kabine eingestampft! Mit dieser Leidenschaft ein 0:2 zu drehen, war nicht unmöglich. Mit dem Auftritt im Mitteldrittel allerdings schon. Wie schon in Frankfurt war Abschnitt Zwei ein Unterschied wie Tag und Nacht. Verkraften unsere Jungs etwa den Seitenwechsel nicht? Denn kaum spielen wir im 3/3 wieder Richtung Nordwestkurve, sieht es fast wieder nach Leistungssport aus. Da hätten wir die Jungs von der GASAG fast noch in ihrem Schongang überrumpelt.
Aber Fakt ist: Wir stehen dank Wolfsburg noch auf Platz zehn. Der Traum von einem Finale mit dieser angeblichen hochkarätigen Truppe ist so weit weg, wie ich von einem Dreier mit Eva Mendez und Megan Fox. Aber was ist zu tun. Doug Mason ist gefeuert wegen Erfolglosigkeit und weil er die Wahrheit über die Leistungsstärke der Truppe gesehen und genannt hat. Marcus Kuhl wurde offiziell enteiert und muss sich einen Manager suchen. Ich vermute jedoch, dass endgültige Entscheidungen nach wie vor über Herrn Kuhls Schreibtisch laufen und man ihn damit nur etwas schützen wollte. Teal war schon vorher für die Spezial-Teams verantwortlich und hat jetzt das Sagen in der Kabine. Eine Besserung indes habe ich leider noch nicht gesehen.
Was ist zu tun? Muss ich mir die Spiele jetzt wieder schönsaufen?
Quo vadis, Mannheim?
So long Fans, sehen uns trotzdem in der Arena
Euer Pälzer Bu
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